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Pilot-RCT bei 32 Kindern mit Sprachentwicklungsstörung (Ø 4,8 J.): breitere Sprachgewinne mit VR-Therapie und 100 % Retention über 6 Monate

Cappadona I et al. · 2023 · Children · RCT · n = 32 · Kinder 3-7 Jahre mit Sprachentwicklungsstörung (81 % männlich) · DOI
Sicherheit der Evidenz: Niedrige Sicherheit
Wie dies bewertet wurde

Pilot-RCT mit 32 Teilnehmenden - angemessen für Machbarkeit und initiale Signalerkennung. Mehrere Signifikanztests ohne Korrektur für Multiplizität erhöhen das Risiko zufällig positiver Befunde. 100 % Retention ist ein wahrhaft informativer Machbarkeitsbefund.

Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.

32 Kinder (Durchschnittsalter 4,8 Jahre) mit Sprachentwicklungsstörung wurden für sechs Monate zu einer VR-unterstützten sprachtherapeutischen Intervention oder zu Standardversorgung randomisiert (2 x 1 Stunde pro Woche). Das eingesetzte VR-System war VRRS - eine nicht-immersive 2D-Touchscreen-Plattform, kein Head-Mounted-Display. Die VR-Gruppe zeigte Innergruppen-Verbesserungen in mehr Sprachbereichen als die Kontrollgruppe. Die Retention lag bei 100 % - kein einziger Abbruch - ein Machbarkeitssignal, das in dieser Altersgruppe erhebliches Gewicht hat.

Klinische Kernaussage

Pilot-RCT-Evidenz legt nahe, dass VR-unterstützte Sprachintervention bei Vorschulkindern mit Sprachentwicklungsstörung breitere Sprachgewinne erzielen kann als Standardbehandlung, bei starker Adhärenz. Angesichts der kleinen Stichprobe handelt es sich um eine Machbarkeits- und Signalstudie, nicht um einen definitiven Wirksamkeitsnachweis.

Wichtigste Ergebnisse

  • Experimentelle Gruppe zeigte größere Gewinne im Verständnis von Gesamtwörtern (p=0,011)
  • Größere Gewinne im Benennen von Körperteilen (p=0,033) und alltäglichen Gegenständen (p=0,011)
  • Größere Gewinne in morphosyntaktischer Genauigkeit (p=0,012) und Satzkonstruktion (p=0,030)
  • Größere Gewinne in mittlerer Äußerungslänge (p=0,013) und spontaner Wortproduktion (p=0,031)
  • 100 % Retention über das 6-Monats-Protokoll

Hintergrund

Sprachentwicklungsstörung (SES) betrifft etwa 7 % aller Kinder und ist ein häufiger Grund für sprachtherapeutische Überweisungen. Die Standardbehandlung ist zwar wirksam, aber das Engagement junger Kinder kann stark variieren, und die regelmäßige Anwesenheit über längere Therapieprotokolle aufrechtzuerhalten ist eine anhaltende Herausforderung in der Praxis. VR-unterstützte Intervention wurde als Ansatz vorgeschlagen, um das Engagement zu steigern und die Kontexte zu erweitern, in denen Kinder Sprache üben können.

Was die Forscher:innen taten

Cappadona und Kolleg:innen am IRCCS Bonino Pulejo Neurolesi Center in Messina, Italien, randomisierten 32 Kinder mit SES nach DSM-5-Kriterien (Durchschnittsalter 4,8 Jahre, 81 % männlich) zu entweder VRRS-unterstützter Sprachtherapie oder Standardversorgung über sechs Monate. Das VRRS (Khymeia, Padua) ist ein nicht-immersives virtuelles Rehabilitationssystem: Die Kinder interagierten mit 2D-Szenarien über einen großen Touchscreen-Monitor, nicht über ein Head-Mounted-Display. Die Sitzungen fanden zweimal wöchentlich über je eine Stunde statt, über einen Zeitraum von sechs Monaten. Mehrere Sprachergebnisse wurden vor (T0) und nach der Intervention (T1) gemessen, darunter Sprachverständnis, Benennen, morphosyntaktische Genauigkeit, Satzkonstruktion und Äußerungslänge.

Was sie fanden

Beide Gruppen wurden zu T0 und T1 beurteilt. Die berichteten p-Werte spiegeln Innergruppen-Tests nach Wilcoxon-Vorzeichen-Rang wider (jede Gruppe vergleicht ihre eigenen T0- mit T1-Werten), keine formalen Zwischen-Gruppen-Vergleiche - ein direkter Zwischen-Gruppen-Signifikanztest wird in der Publikation nicht berichtet. Die Experimentalgruppe zeigte signifikante Innergruppen-Verbesserungen in den meisten Sprachbereichen: Verständnis von Gesamtwörtern (p=0,011), Benennen von Körperteilen (p=0,033) und alltäglichen Gegenständen (p=0,011), morphosyntaktische Genauigkeit (p=0,012), Satzkonstruktion (p=0,030), Äußerungslänge (p=0,013) sowie spontane Wortproduktion (p=0,031). Die Kontrollgruppe verbesserte sich in weniger Bereichen. Bemerkenswert: 100 % aller Kinder absolvierten das sechsmonatige Protokoll vollständig - ein bedeutsamer Machbarkeitsbefund für diese Altersgruppe und Sitzungsintensität.

Warum das wichtig ist

Die Breite der Verbesserungen ist für eine Pilotstudie bemerkenswert - Gewinne in Verständnis, Produktion und Syntax. Dieses Muster legt nahe, dass VR generalisierte Sprachübung unterstützen kann, anstatt nur ein einzelnes enges Ziel zu fördern. Eine Retention von 100 % in einer Vorschulpopulation über sechs Monate ist von praktischer Bedeutung: Engagement und Anwesenheit sind in dieser Altersgruppe häufige Problembereiche, und VR scheint dabei hilfreich zu sein.

Limitationen

Die Pilotstichprobengröße schränkt die Verlässlichkeit der Effektschätzungen ein. Mehrere Vergleiche wurden ohne Multiplizitätskorrektur durchgeführt - einige positive Befunde könnten zufällig sein. Eine Verblindung von Kindern und Familien ist bei VR nicht möglich. Die Ergebnismaße waren standardisierte Sprachtests; die reale Kommunikation im Alltag wurde nicht direkt erfasst.

Implikationen für die Praxis

Für Vorschulkinder mit Sprachentwicklungsstörung: VR-unterstützte Sprachintervention erscheint über ein halbes Jahr machbar und gut verträglich. Die Breite der Bereiche, die Verbesserungen zeigen (Verständnis, Benennen, Morphosyntax, Äußerungslänge), legt nahe, dass VR generalisierte Sprachübung unterstützen kann und nicht nur eine einzelne enge Fähigkeit fördert. Wie stets bei Pilotstudien: Befunde sollten in einer größeren Studie bestätigt werden, bevor klinische Entscheidungen darauf gestützt werden.

Implikationen für die Forschung

Größere Bestätigungsstudien mit vorab registrierten primären Endpunkten und Multiplizitätskorrektur sind der logische nächste Schritt. Mechanistische Forschung zum Verständnis, welche VR-Merkmale (Engagement, visueller Kontext, Wiederholung) die Effekte antreiben, würde eine gezielte Designentwicklung ermöglichen.

Diese Studie zitieren

Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:

APA 7th
Cappadona, I., Ielo, A., La Fauci, M., Tresoldi, M., Settimo, C., De Cola, M. C., Muratore, R., De Domenico, C., Di Cara, M., Corallo, F., Tripodi, E., Impallomeni, C., Quartarone, A., & Cucinotta, F. (2023). Feasibility and Effectiveness of Speech Intervention Implemented with a Virtual Reality System in Children with Developmental Language Disorders: A Pilot Randomized Control Trial. Children. https://doi.org/10.3390/children10081336.
AMA 11th
Cappadona I, Ielo A, La Fauci M, Tresoldi M, Settimo C, De Cola MC, Muratore R, De Domenico C, Di Cara M, Corallo F, Tripodi E, Impallomeni C, Quartarone A, Cucinotta F. Feasibility and Effectiveness of Speech Intervention Implemented with a Virtual Reality System in Children with Developmental Language Disorders: A Pilot Randomized Control Trial. Children. 2023. doi:10.3390/children10081336.
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}
RIS
TY  - JOUR
AU  - Cappadona, I.
AU  - Ielo, A.
AU  - La Fauci, M.
AU  - Tresoldi, M.
AU  - Settimo, C.
AU  - De Cola, M. C.
AU  - Muratore, R.
AU  - De Domenico, C.
AU  - Di Cara, M.
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AU  - Impallomeni, C.
AU  - Quartarone, A.
AU  - Cucinotta, F.
TI  - Feasibility and Effectiveness of Speech Intervention Implemented with a Virtual Reality System in Children with Developmental Language Disorders: A Pilot Randomized Control Trial
JO  - Children
PY  - 2023
DO  - 10.3390/children10081336
UR  - https://withvr.app/de/evidence/studies/cappadona-2023
ER  - 

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Finanzierung & Unabhängigkeit

Keine Beteiligung von withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorenschaft. Zusammenfassung unabhängig von withVR auf Basis des veröffentlichten Artikels erstellt.

Zuletzt geprüft: 2026-05-12 Nächste Überprüfung geplant: 2027-05-12 Geprüft von: Gareth Walkom