VR-Eignungs-Screening-Checkliste
Ein schnelles Screening-Werkzeug, um zu entscheiden, ob immersive VR-basierte Sprechübung für eine bestimmte Person angemessen ist - bevor jemandem ein Headset aufgesetzt wird.

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Verwenden Sie diese Checkliste vor der ersten VR-Sitzung. Jedes „Nein" unten schließt VR nicht automatisch aus - es markiert ein Gespräch, das geführt, oder eine Anpassung, die vorgenommen werden muss. Erfassen Sie das Ergebnis dieses Gesprächs in Ihren Sitzungsnotizen.
Wichtig. Diese Checkliste ist ein Ausgangspunkt, kein medizinisches Screening. Sie ersetzt nicht klinisches Urteilsvermögen, lokale Politik oder Herstellerleitlinien (z. B. Metas Altersbeschränkungen für Quest-Headsets). Wenn Sie mit Kindern arbeiten, prüfen Sie zuerst die lokalen Kinderschutz- und Einwilligungsrichtlinien.
Abschnitt 1 - Körperlich & vestibulär
- Keine diagnostizierte Gleichgewichtsstörung (z. B. Neuritis vestibularis, BPLS, Morbus Menière), die aktuell aktiv oder unbehandelt ist.
- Keine starke Bewegungsübelkeit in Autos, auf Booten oder bei früherer VR-Exposition.
- Sehen mit Kontaktlinsen oder Headset-kompatiblen Brillen-Einsätzen mit Sehstärke korrigierbar. Brille passt unter dem Headset mit der Silikon-Gesichtsabdeckung (siehe Sitzungsvorbereitung).
- Keine Anamnese von Anfallserkrankungen, die durch visuelle Reize ausgelöst werden, oder schriftliche Freigabe einer medizinischen Fachperson, sofern relevant.
- Keine aktuelle Augenverletzung oder postoperative Augenerkrankung, die die Headset-Nutzung einschränkt.
- Halsbeweglichkeit ausreichend, um sich in Sitzposition während der geplanten Sitzungslänge bequem umzusehen.
Abschnitt 2 - Sensorisch
- Komfortabel mit einem Headset, das auf dem Gesicht aufliegt (nicht alle Personen sind das; führen Sie vor der Buchung einer vollständigen Sitzung einen kurzen Passform-Test durch).
- Toleriert moderate Audioeingabe über Kopfhörer oder Lautsprecher bei einer von der Fachkraft gesteuerten Lautstärke.
- Keine starke Abneigung gegen geschlossene Räume oder Klaustrophobiegefühle im Alltag, die durch ein Headset ausgelöst würden.
- Bei bekannter oder vermuteter Autismus- oder sensorischer Verarbeitungsbesonderheit ist ein sensorisches Vorgespräch geführt und ein abgestufter Expositionsplan vereinbart worden.
Abschnitt 3 - Kognitiv & kommunikativ
- Versteht, dass die Avatare, Geräusche und Situationen keine echten Personen oder echten Orte sind.
- Kann „Stopp", „Pause" oder Unbehagen zuverlässig signalisieren - verbal, mit einer Geste oder über ein vereinbartes wortloses Signal.
- Versteht, dass die Fachkraft in der Nähe ist und die Sitzung jederzeit steuert.
- Wurde (in einer Sprache, die sie versteht) darüber informiert, was VR-Sitzungen beinhalten und welche Daten aufgezeichnet werden und welche nicht.
Abschnitt 4 - Kontextuell
- Informierte Einwilligung liegt vor (siehe unsere Einverständniserklärungs-Vorlage). Bei Kindern wird die Einwilligung der Eltern oder Erziehungsberechtigten zusätzlich zum eigenen Einverständnis des Kindes dokumentiert.
- Falls KI-Funktionen geplant sind, ist eine spezifische Einwilligung für KI dokumentiert (KI-Funktionen sind standardmäßig deaktiviert und erfordern einen eigenen Einwilligungsschritt).
- Die Sitzungsumgebung ist privat, ruhig und frei von Stolperstellen innerhalb der Guardian-Grenze des Headsets.
- Ein sicherer Ausstiegsplan ist vereinbart - die Fachkraft weiß, wie die Sitzung sofort beendet werden kann, falls die Person Belastung zeigt.
- Zeit für eine Nachbesprechung ist im Termin eingeplant.
Entscheidung
Basierend auf den obigen Prüfungen:
- Wie geplant fortfahren - alle Punkte abgehakt oder angepasst.
- Mit Anpassungen fortfahren - ein oder mehrere Punkte markiert, Anpassung in Sitzungsnotizen dokumentiert (kürzere Sitzung, nur sitzend, spezifische Avatar-/Lautstärke-Anpassungen etc.).
- VR zurückstellen - erhebliche Markierungen; nach klinischem Gespräch, ärztlicher Freigabe oder alternativem Ansatz erneut prüfen.
Im Zweifel zuerst eine 2-minütige Demo. Eine kurze, risikoarme Exposition in ruhiger Umgebung (z. B. Wartezimmer von Therapy withVR, ohne Avatare) ist weitaus aufschlussreicher als ein papierbasiertes Screening allein.
Verwandte Ressourcen
- VR-Risikobewertungs-Vorlage - Die einrichtungsseitige Risikobewertung, getrennt vom individuellen Screening hier.
- VR erklären (Einseiter) - Informationsblatt in einfacher Sprache, das vor dem Screening-Gespräch geteilt wird.
- Einverständniserklärungs-Vorlage - Der Einwilligungsschritt, der auf das Screening folgt.
- Sitzungsvorbereitungs-Checkliste - Für die Durchführung der ersten Sitzung selbst.
- Cybersickness in der klinischen VR: Worauf vorbereitet sein - Hintergrund zum Risiko von Bewegungsübelkeit und was zu tun ist.