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VR-Tool für öffentliches Sprechen erfasst Stress und Emotion in Echtzeit
Wie dies bewertet wurde
Kleine experimentelle Studie (n=5) bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die stottern. Nützlich als frühe Evidenz; Stichprobengröße begrenzt Schlussfolgerungen.
Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.
Forschende entwickelten 'Speak in Public', ein System, das VR-Szenarien mit tragbaren Biosensoren und Sprachemotion-Erkennung für stotternde Menschen kombiniert. Tests mit fünf Jugendlichen zeigten, dass jeder Stottermoment mit biosensorisch identifiziertem Stress zusammenfiel und die Emotionsprofile über Szenarien hinweg bedeutsam variierten.
Wichtigste Ergebnisse
- Alle fünf VR-Szenarien lösten messbare physiologische Stressreaktionen aus
- Das Bewerbungsgesprächsszenario war für jeden Teilnehmenden am stressigsten
- Jeder erkannte Stottermoment fiel mit Phasen zusammen, die als hoher Stress klassifiziert wurden
- Die Sprachemotion-Erkennung identifizierte Angst als vorherrschende Emotion über die Szenarien hinweg
- Individuelle Emotionsprofile variierten bedeutsam zwischen Teilnehmenden und Szenarien
Hintergrund
Stotternde Menschen erleben häufig erhöhten Stress und Angst in sozialen Sprechsituationen, aber die Beziehung zwischen diesen internen Zuständen und Momenten der Unflüssigkeit kann von außen schwer zu beobachten sein. Traditionelle Ansätze stützen sich stark auf subjektive Selbstberichte oder Therapeutenbeobachtung, die beide wichtige Details übersehen können. Das Projekt “Speak in Public” zielte darauf ab, ein multimodales System aufzubauen, das erfasst, was physiologisch und emotional in Echtzeit passiert, während eine Person in einer virtuellen Umgebung spricht.
Was die Forschenden getan haben
Das Team erstellte eine VR-Anwendung mit fünf zunehmend herausfordernden sozialen Szenarien: alleine laut lesen, einer kleinen Gruppe vorlesen, eine Präsentation halten, ein Gespräch führen und ein Bewerbungsgespräch absolvieren. Jeder Teilnehmende trug ein Biosensor-Armband, das kontinuierlich elektrodermale Aktivität, Herzfrequenz und Hauttemperatur aufzeichnete. Gleichzeitig analysierte ein Sprachemotion-Erkennungsmodul stimmliche Merkmale, um den emotionalen Zustand des Sprechers zu klassifizieren. Fünf stotternde männliche Jugendliche (15 bis 19 Jahre) absolvierten alle fünf Szenarien.
Was sie herausfanden
Jedes Szenario erzeugte messbare physiologische Erregung, was bestätigt, dass die VR-Umgebungen sich sozial bedeutsam anfühlten. Das Bewerbungsgespräch erzeugte bei allen Teilnehmenden konsistent die höchsten Stresswerte. Entscheidend war, dass jeder Stottermoment, der während der Sitzungen auftrat, mit einer Phase übereinstimmte, die die Biosensoren als hohen Stress klassifiziert hatten, was den Zusammenhang zwischen physiologischer Erregung und Unflüssigkeit verstärkt. Das Emotionserkennungssystem identifizierte Angst als den häufigsten emotionalen Zustand, obwohl individuelle Profile beträchtlich variierten - einige Teilnehmende zeigten in bestimmten Szenarien mehr Ärger oder Traurigkeit, was den persönlichen Charakter dieser Erfahrungen unterstreicht.
Warum dies wichtig ist
Diese Studie zeigt, dass die Kombination von VR mit tragbaren Sensoren und Stimmanalyse ein reichhaltiges, objektives Echtzeitbild davon erzeugen kann, wie eine stotternde Person auf verschiedene soziale Drucksituationen reagiert. Anstatt sich ausschließlich auf das zu verlassen, was jemand nachher berichtet, könnten Therapeuten genau sehen, wann Stress ansteigt, welche Szenarien für eine bestimmte Person am herausforderndsten sind und wie sich emotionale Reaktionen über Kontexte hinweg verschieben. Diese Art von Daten könnte eine hochgradig personalisierte Planung für abgestuftes Expositionsarbeit unterstützen.
Einschränkungen
Die Stichprobe war sehr klein - nur fünf Teilnehmende, alle männlich und in einem engen Altersbereich - sodass die Ergebnisse nicht breit verallgemeinert werden können. Die Studie zeigte, dass das System technisch funktioniert, maß aber nicht, ob die Nutzung über die Zeit zu bedeutsamen Veränderungen in Angst oder Kommunikationsvertrauen führt. Die Emotionserkennungskomponente hat bekannte Genauigkeitsgrenzen und erfasst möglicherweise nicht die volle Komplexität dessen, was jemand empfindet.
Implikationen für die Praxis
Die Verschmelzung physiologischer Stressmarker mit Emotionsanalytik gibt Therapeuten ein reichhaltigeres, objektiveres Bild individueller Reaktionen auf soziale Herausforderungen und ermöglicht so eine personalisiertere Therapieplanung.
Diese Studie zitieren
Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:
@article{vona2023,
author = {Vona, F. and Pentimalli, F. and Catania, F. and Patti, A. and Garzotto, F.},
title = {Speak in Public: an Innovative Tool for the Treatment of Stuttering through Virtual Reality, Biosensors, and Speech Emotion Recognition},
journal = {Extended Abstracts of the 2023 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems},
year = {2023},
doi = {10.1145/3544549.3585612},
url = {https://withvr.app/de/evidence/studies/vona-2023}
}TY - JOUR
AU - Vona, F.
AU - Pentimalli, F.
AU - Catania, F.
AU - Patti, A.
AU - Garzotto, F.
TI - Speak in Public: an Innovative Tool for the Treatment of Stuttering through Virtual Reality, Biosensors, and Speech Emotion Recognition
JO - Extended Abstracts of the 2023 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems
PY - 2023
DO - 10.1145/3544549.3585612
UR - https://withvr.app/de/evidence/studies/vona-2023
ER - Kennen Sie Forschung, die in diese Evidenzbasis gehört? Wenn eine relevante peer-reviewte Studie hier nicht aufgeführt ist, senden Sie die Quellenangabe an hello@withvr.app. Die Evidenzbasis wird aktuell gehalten, während die Literatur wächst.
Finanzierung & Unabhängigkeit
Studie durchgeführt am Politecnico di Milano (Autoren Vona, Pentimalli, Catania, Patti, Garzotto); Teilnehmende rekrutiert mit Unterstützung des CRC Balbuzie, Rom (Spezialisiertes Stotterzentrum). Veröffentlicht als Extended Abstracts bei CHI 2023, Hamburg, Deutschland (23.-28. April 2023). Keine Beteiligung von withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorenschaft. Zusammenfassung unabhängig von withVR auf Basis des veröffentlichten Artikels erstellt.