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Dreiarmige RCT (n=51) zu eigenständiger 360°-Video-VR-Expositionstherapie bei Vortragsangst: Sowohl Publikums- als auch Leerraum-Inhalte erzeugten signifikante Vor-Nach-Reduktionen (partielles η² bis zu .90) im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle

Reeves R et al. · 2021 · Journal of Anxiety Disorders · RCT · n = 51 · Erwachsene mit hoher Vortragsangst · DOI
Sicherheit der Evidenz: Mittlere Sicherheit
Wie dies bewertet wurde

Vorab spezifizierte dreiarmige RCT mit formaler Randomisierung, Outcome-Messung an fünf Zeitpunkten, gemischter ANOVA und Within-Group-Follow-up-Analysen. n=51 insgesamt (17+16+18) ist für einen Dreiarmvergleich klein, aber konsistent mit der SAD-/PSA-RCT-Literatur. Peer-reviewed im Journal of Anxiety Disorders (Elsevier, etablierte peer-reviewte Plattform). Die hohen partiellen η²-Werte (.90, .71, .49, .39, .59, .43) sind bemerkenswert – VRET-Effekte waren in diesem Design ungewöhnlich ausgeprägt. Mögliche Gründe: hohe Baseline-PSA-Auswahl, strukturiertes Fünf-Sitzungs-Protokoll, neuartige 360°-Video-Inhalte. Limitationen: Within-Group-Effekte dominieren die Interpretation; der Vergleich zwischen den aktiven Gruppen (Publikum vs. Leerraum) ist unterpowert, um kleine Unterschiede zu erkennen; klinikerseitig bewertete oder verhaltensbasierte Outcomes sind im Abstract-Auszug nicht prominent; das 10-Wochen-Follow-up ist moderat, nicht langfristig.

Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.

Einundfünfzig Teilnehmende mit hoher Vortragsangst wurden zufällig einer von drei Bedingungen zugewiesen: 360°-Video-VRET mit Publikumsreizen (n=17), 360°-Video-VRET mit Leerraum-Reizen (n=16) oder unbehandelter Kontrolle (n=18). Outcomes wurden zu fünf Zeitpunkten gemessen. Eine gemischte ANOVA zeigte eine signifikante Zeit-×-Interventionsgruppen-Interaktion für Vortragsangst (PSA), soziale Angst und Furcht vor negativer Bewertung (FNE). Beide 360°-VRET-Gruppen zeigten große Vor-Nach-Reduktionen; für PSA: partielles η² = .90 (Publikum) und .71 (Leerraum). Die aktiven Interventionsteilnehmenden zeigten bis zum 10-Wochen-Follow-up eine fortgesetzte signifikante Verbesserung. Die Studie befasst sich auch damit, ob 360°-Video-Inhalte (Publikum vs. Leerraum) die VRET-Ergebnisse beeinflussen – beide funktionierten.

Klinische Kernaussage

Eine dreiarmige RCT (n=51), die belegt, dass eigenständige 360°-Video-VRET eine wirksame Intervention bei Vortragsangst ist, wobei sowohl Publikums- als auch Leerraum-Formate signifikante Vor-Nach-Reduktionen bei Vortragsangst, sozialer Angst und Furcht vor negativer Bewertung erzeugen. 360°-Video ist eine deutlich andere VR-Modalität als computergenerierte Umgebungen (geringere Produktionskosten, echte menschliche Reize, feste Perspektive) – und diese RCT belegt, dass die Modalität klinisch funktioniert. Für Behandelnde, die 360°-Video-VRET als kostengünstigere oder natürlichere Alternative zu CGI-VRET in Betracht ziehen, ist dies die grundlegende Wirksamkeitsevidenz. Die Erkenntnis, dass auch Leerraum-Inhalte funktioniert haben, ist methodisch wichtig: Die Publikumskomponente ist für den therapeutischen Effekt nicht zwingend erforderlich.

Wichtigste Ergebnisse

  • Erste RCT, die untersucht, ob eigenständige 360°-VIDEO-VRET eine wirksame PSA-Intervention ist – schließt eine Lücke in der überwiegend CGI-basierten VRET-Literatur
  • n=51 randomisiert auf einen von drei Armen: 360°-Video-VRET mit PUBLIKUMS-Reizen (n=17), 360°-Video-VRET mit LEERRAUM-Reizen (n=16), unbehandelte Kontrolle (n=18)
  • Die Teilnehmenden hatten eine HOHE Baseline-PSA – die Stichprobe ist auf erhöhte Angst ausgewählt, nicht subklinisch
  • Signifikante ZEIT-×-INTERVENTIONSGRUPPEN-Interaktion für PSA, soziale Angst und Furcht vor negativer Bewertung (FNE) – die aktiven Gruppen verbesserten sich differentiell gegenüber der Kontrolle
  • Vor-Nach-Effekte innerhalb der Gruppen (Publikum / Leerraum 360°): PSA partielles η² = .90 / .71 (p<.001); soziale Angst .49 / .39 (p=.002 / .009); FNE .59 / .43 (p<.001 / .006)
  • Aktive Interventionsteilnehmende zeigten von der Prä-Intervention bis zum 10-Wochen-Follow-up über alle Maße hinweg eine FORTGESETZTE signifikante Verbesserung
  • Beide 360°-Formate – PUBLIKUM und LEERRAUM – funktionierten – die Publikumskomponente ist für den therapeutischen Effekt nicht zwingend erforderlich, was Implikationen für die Inhaltsproduktionskosten und ethische Überlegungen (Einwilligung, Deepfake, Identifizierbarkeit) hat
  • Die 360°-Video-Modalität unterscheidet sich methodisch von CGI-VRET – echte menschliche und Umgebungsreize, festperspektivische Wiedergabe statt frei kopfgetrackter Exploration

Hintergrund

Bis 2021 hatten die meisten veröffentlichten VRET-für-PSA-Studien computergenerierte (CGI) virtuelle Umgebungen mit animierten Avataren eingesetzt. Eine parallele und kostengünstigere VR-Modalität – 360°-Video – war im Konsumentenbereich aufgetaucht, war aber in einer eigenständigen VRET-RCT für Vortragsangst nicht getestet worden. 360°-Video unterscheidet sich methodisch von CGI: echte menschliche und Umgebungsreize, festperspektivische Wiedergabe statt kopfgetrackter freier Exploration, geringere Produktionskosten und ein anderes Präsenzprofil.

Zwei angrenzende Fragen blieben ebenfalls unzureichend erforscht: (1) Funktioniert 360°-Video-VRET als EIGENSTÄNDIGE Intervention ohne KVT-Integration? (2) Treibt der 360°-Video-INHALT – konkret, ob die aufgenommene Szene ein Publikum oder nur einen leeren Raum enthält – den therapeutischen Effekt?

Was die Forschenden taten

Einundfünfzig Teilnehmende mit hoher Baseline-PSA wurden zufällig einem von drei Armen zugewiesen:

  1. 360°-Publikums-VRET (n=17) – 360°-Video-Inhalt mit Publikum
  2. 360°-Leerraum-VRET (n=16) – 360°-Video-Inhalt mit leerem Raum (kein Publikum)
  3. Unbehandelte Kontrolle (n=18)

Outcomes wurden zu fünf Zeitpunkten gemessen, einschließlich eines 10-Wochen-Follow-ups nach Abschluss der Intervention. Die statistische Analyse nutzte gemischte ANOVA mit Greenhouse-Geisser-Korrektur.

Was sie herausfanden

Warum das wichtig ist

Für Behandelnde, die VRET bei Vortragsangst in Betracht ziehen, ist 360°-Video nun als klinisch wirksame Alternative zu CGI-VRET etabliert. Praktische Implikationen:

Für PWS mit PSA-Komorbidität erweitert 360°-Video-VRET die verfügbaren Bereitstellungsmodi – besonders nützlich in ressourcenarmen klinischen Settings oder selbstgesteuerten Heimprogrammen.

Limitationen

Implikationen für die Praxis

Für Behandelnde, die VRET bei Vortragsangst in Betracht ziehen, etabliert diese RCT 360°-Video neben computergeneriertem VRET als klinisch wirksame Modalität. Praktische Implikationen: 360°-Video hat geringere Produktionskosten als CGI-Umgebungen (ein Smartphone oder eine 360-Kamera plus eine Aufnahmesitzung) und nutzt echte menschliche Reize statt Avatare. Die Erkenntnis, dass auch LEERRAUM-360°-Inhalte funktionierten, ist bedeutsam – Behandelnde ohne ethisch genehmigte 360°-Publikumsaufnahmen können Leerraum-Material nutzen und dennoch einen therapeutischen Effekt erzielen. Für PWS mit PSA-Komorbidität erweitert dies die verfügbaren VRET-Bereitstellungsmodi; 360°-Video könnte besonders nützlich in ressourcenarmen Settings oder für selbstgesteuerte Heimprogramme sein. Vorbehalt: 360°-Video-VRET funktioniert am besten als Ergänzung oder als eigenständige Expositionsbereitstellung; sie ersetzt KVT oder stotterspezifische kognitive Arbeit NICHT.

Diese Studie zitieren

Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:

APA 7th
Reeves, R., Elliott, A., Curran, D., Dyer, K., & Hanna, D. (2021). 360° Video virtual reality exposure therapy for public speaking anxiety: A randomized controlled trial. Journal of Anxiety Disorders. https://doi.org/10.1016/j.janxdis.2021.102451.
AMA 11th
Reeves R, Elliott A, Curran D, Dyer K, Hanna D. 360° Video virtual reality exposure therapy for public speaking anxiety: A randomized controlled trial. Journal of Anxiety Disorders. 2021. doi:10.1016/j.janxdis.2021.102451.
BibTeX
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  author = {Reeves, R. and Elliott, A. and Curran, D. and Dyer, K. and Hanna, D.},
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  url = {https://withvr.app/de/evidence/studies/reeves-2021}
}
RIS
TY  - JOUR
AU  - Reeves, R.
AU  - Elliott, A.
AU  - Curran, D.
AU  - Dyer, K.
AU  - Hanna, D.
TI  - 360° Video virtual reality exposure therapy for public speaking anxiety: A randomized controlled trial
JO  - Journal of Anxiety Disorders
PY  - 2021
DO  - 10.1016/j.janxdis.2021.102451
UR  - https://withvr.app/de/evidence/studies/reeves-2021
ER  - 

Kennen Sie Forschung, die in diese Evidenzbasis gehört? Wenn eine relevante peer-reviewte Studie hier nicht aufgeführt ist, senden Sie die Quellenangabe an hello@withvr.app. Die Evidenzbasis wird aktuell gehalten, während die Literatur wächst.

Finanzierung & Unabhängigkeit

Affiliationen: Queen's University Belfast (UK); Northern Health and Social Care Trust (UK). Finanzierungsquellen aus dem Abstract-Auszug nicht im Detail extrahiert. Peer-reviewed im Journal of Anxiety Disorders (Elsevier). Keine Beteiligung von withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorenschaft. Zusammenfassung unabhängig von withVR unter Verwendung der veröffentlichten peer-reviewten Arbeit erstellt. Das eingesetzte VR-System war eine 360°-Video-basierte Plattform, NICHT Therapy withVR oder Research withVR (Therapy withVR nutzt computergenerierte Umgebungen – eine andere Modalität).

Zuletzt geprüft: 2026-05-17 Nächste Überprüfung geplant: 2027-05-17 Geprüft von: Gareth Walkom