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VR-basiertes Sprechtraining erhöht die Kommunikationsbereitschaft im geschlechtsangleichenden Stimmtraining

Leyns C et al. · 2025 · Journal of Voice · RCT · n = 11 · Trans Frauen im geschlechtsangleichenden Stimmtraining · DOI
Sicherheit der Evidenz: Niedrige Sicherheit
Wie dies bewertet wurde

Pilot-RCT (n=11) im geschlechtsangleichenden Stimmtraining. Das randomisierte Design ist eine Stärke; die Stichprobengröße macht dies zu einem Machbarkeitssignal und nicht zu einer belastbaren Effektschätzung.

Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.

Die erste RCT mit Therapy withVR für geschlechtsangleichendes Stimmtraining ergab, dass das Üben in virtuellen Sprechsituationen zu breiteren Zugewinnen in der Kommunikationsbereitschaft mit Fremden führte, verglichen mit traditionellem persönlichen Rollenspiel.

Klinische Kernaussage

Eine kleine Pilot-RCT, die darauf hindeutet, dass VR-basiertes geschlechtsangleichendes Stimmtraining breitere Zugewinne in der Kommunikationsbereitschaft erzeugen kann als traditionelles Rollenspiel allein; aufgrund der Stichprobengröße ist dies ein Machbarkeitssignal und keine definitive Wirkung.

Wichtigste Ergebnisse

  • Die VR-Gruppe zeigte breitere Zugewinne in der Kommunikationsbereitschaft, insbesondere mit Fremden (vorher 31,6 auf nachher 43,0)
  • Eine Zwischen-Gruppen-Effektstärke von d = 0,76 für die Tonhöhenerhöhung beim Lesen sprach für die VR-Gruppe
  • Eine Zwischen-Gruppen-Effektstärke von d = 0,68 für die Kommunikationsbereitschaft mit Fremden sprach für VR
  • Beide Gruppen zeigten leichte Verbesserungen in der stimmbezogenen Lebensqualität

Hintergrund

Geschlechtsangleichendes Stimmtraining hilft trans Frauen dabei, eine Sprechstimme zu entwickeln, die mit ihrer Geschlechtsidentität übereinstimmt. Eine zentrale Herausforderung ist die Generalisierung: die neue Stimme im Alltag selbstbewusst und konsistent einsetzen zu können, nicht nur im Therapieraum. Viele Personen empfinden Angst davor, in der Öffentlichkeit mit ihrer Stimme zu sprechen, was zur Vermeidung sozialer Situationen führen kann.

Leyns und Kolleg:innen untersuchten, ob VR-basierte Sprechsituationen helfen können, diese Lücke zu schließen, indem sie einen sicheren und kontrollierbaren Raum bieten, in dem die eigene Stimme in realistischen sozialen Kontexten geübt werden kann.

Was die Forschenden taten

Elf trans Frauen, die zuvor am Universitätsklinikum Gent ein geschlechtsangleichendes Stimmtraining erhalten hatten, wurden randomisiert einer VR-Gruppe (n = 6) oder einer traditionellen Trainingsgruppe (n = 5) zugeteilt. Beide Gruppen absolvierten vier wöchentliche 30-minütige Sitzungen mit einer Logopäd:in, die sich auf Tonhöhenerhöhung und Generalisierung konzentrierten.

Die VR-Gruppe übte das Sprechen in virtuellen Szenarien, einem Gespräch im Café und einem Vorstellungsgespräch, die über Therapy withVR auf einem Meta Quest 2-Headset bereitgestellt wurden. Die Behandlerin steuerte die Szenarien in Echtzeit von einem Laptop aus und passte Avatar-Mimik, Gestik und Hintergrundgeräusche an, um den Schwierigkeitsgrad schrittweise zu erhöhen. Die traditionelle Gruppe führte vergleichbare Rollenspielaktivitäten in Präsenz durch.

Was sie fanden

Beide Gruppen zeigten leichte Verbesserungen in der stimmbezogenen Lebensqualität, wobei keine den Schwellenwert für eine klinisch bedeutsame Veränderung im Trans Woman Voice Questionnaire erreichte. Der auffälligste Unterschied bestand in der Kommunikationsbereitschaft: Die VR-Gruppe zeigte breitere Zugewinne, insbesondere mit Fremden (Anstieg von 31,6 auf 43,0), während die Werte der traditionellen Gruppe im Wesentlichen unverändert blieben.

Beide Gruppen erhöhten ihre mediane Sprechtonhöhe, doch die VR-Gruppe zeigte beim Lesen einen größeren Effekt (Inner-Gruppen-d = 0,57 gegenüber 0,12 für die traditionelle Gruppe), mit einer Zwischen-Gruppen-Effektstärke von d = 0,76 zugunsten von VR.

Warum das wichtig ist

Dies ist die erste randomisierte kontrollierte Studie, die VR für geschlechtsangleichendes Stimmtraining einsetzt. Auch wenn die kleine Stichprobe bedeutet, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden sollten, ist das Muster ermutigend: VR-basiertes Üben scheint insbesondere die soziale Selbstvertrauensdimension der Stimmarbeit zu unterstützen und Personen dabei zu helfen, sich eher bereit zu fühlen, ihre Stimme gegenüber unbekannten Menschen und in öffentlichen Situationen einzusetzen.

Für Kliniker:innen liegt der praktische Vorteil auf der Hand: VR ermöglicht es, jene Sprechsituationen (ein belebtes Café, ein Vorstellungsgespräch) zu schaffen, die in einem Therapieraum unmöglich zuverlässig herzustellen sind, mit voller Kontrolle über den Schwierigkeitsgrad und der Möglichkeit, sofort zu deeskalieren, wenn jemand überfordert ist.

Limitationen

Die Stichprobe von 11 Teilnehmenden schloss inferenzstatistische Verfahren aus. Vorerfahrungen mit VR wurden nicht erfasst. Technische Unterbrechungen (Softwareabstürze, nicht reagierende Avatare) störten einige Sitzungen. Es wurden nur vier Sitzungen durchgeführt, was möglicherweise nicht ausreicht, um bedeutsame Veränderungen in Selbstauskunftsmaßen zu erzeugen. Eine längerfristige Nachuntersuchung wurde nicht einbezogen.

Implikationen für die Praxis

VR bietet Logopäd:innen eine praktische Möglichkeit, vielfältige Sprechsituationen zu schaffen, die in einem Therapieraum schwer zu reproduzieren sind, mit anpassbarem Schwierigkeitsgrad. Der Trend zu erhöhter Kommunikationsbereitschaft mit Fremden ist klinisch relevant, da soziale Vermeidung aufgrund der Inkongruenz zwischen Stimme und Geschlecht eine häufige Barriere darstellt. VR kann als Brücke zwischen klinischer Arbeit und realer Sprechsicherheit dienen, insbesondere wenn persönliche Übung unpraktikabel ist oder Sicherheitsbedenken aufwirft.

Diese Studie zitieren

Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:

APA 7th
Leyns, C., Bosschem, L., Papeleu, T., Sabbe, L., Walkom, G., & D'haeseleer, E. (2025). Virtual Reality as a Tool in Gender-Affirming Voice Training: A Pilot Study. Journal of Voice. https://doi.org/10.1016/j.jvoice.2025.06.034.
AMA 11th
Leyns C, Bosschem L, Papeleu T, Sabbe L, Walkom G, D'haeseleer E. Virtual Reality as a Tool in Gender-Affirming Voice Training: A Pilot Study. Journal of Voice. 2025. doi:10.1016/j.jvoice.2025.06.034.
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}
RIS
TY  - JOUR
AU  - Leyns, C.
AU  - Bosschem, L.
AU  - Papeleu, T.
AU  - Sabbe, L.
AU  - Walkom, G.
AU  - D'haeseleer, E.
TI  - Virtual Reality as a Tool in Gender-Affirming Voice Training: A Pilot Study
JO  - Journal of Voice
PY  - 2025
DO  - 10.1016/j.jvoice.2025.06.034
UR  - https://withvr.app/de/evidence/studies/leyns-2025
ER  - 

Kennen Sie Forschung, die in diese Evidenzbasis gehört? Wenn eine relevante peer-reviewte Studie hier nicht aufgeführt ist, senden Sie die Quellenangabe an hello@withvr.app. Die Evidenzbasis wird aktuell gehalten, während die Literatur wächst.

Finanzierung & Unabhängigkeit

Erklärung zu Interessenkonflikten aus der veröffentlichten Publikation: 'Gareth Walkom is the developer of the Therapy withVR app, owner of withVR, and co-author of this study. He was consulted during the data collection whenever a problem occurred in the software system. However, he did not influence the interpretation of the results during paper writing.' Diese Studie sollte mit dieser Offenlegung im Hinterkopf gelesen werden. Die Studie selbst wurde am Universitätsklinikum Gent durchgeführt und von der Ethikkommission des Universitätsklinikums Gent (B6702023000615) genehmigt. Die Aufnahme in diesen Evidence Hub ist redaktionell unabhängig von der kommerziellen Seite der withVR BV; diese Zusammenfassung wurde auf Grundlage der veröffentlichten Publikation erstellt, und die Sicherheitsbewertung spiegelt das Studiendesign und die Stichprobengröße wider, nicht die Beziehung zur Plattform. Keine Beteiligung von withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorenschaft. Zusammenfassung unabhängig von withVR auf Basis des veröffentlichten Artikels erstellt.

Zuletzt geprüft: 2026-05-12 Nächste Überprüfung geplant: 2027-04-21 Geprüft von: Gareth Walkom