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Türkisches Review zu VR, mobilen Apps, Telereha und KI beim Stottern: VR hat die stärkste Evidenz der vier, bleibt aber vorläufig

Erol E, Turker Sener L · 2025 · Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences (IGUSABDER) · Systematische Übersichtsarbeit · Systematische Übersichtsarbeit, 13 Studien zu Kindern und Erwachsenen, die stottern · DOI
Sicherheit der Evidenz: Niedrige Sicherheit
Wie dies bewertet wurde

Strukturiertes/narratives Review mit systematischer Suchmethodik (sechs Datenbanken, 2000-2024, vorab definierte Ausschlusskriterien), aber ohne formale Vorab-Registrierung, PRISMA-Flow-Diagramm-Qualitätsbewertung der eingeschlossenen Studien oder Meta-Analyse. Die Zuverlässigkeit der Schlussfolgerungen hängt von den eingeschlossenen Primärstudien ab, die überwiegend Machbarkeitsstudien mit kleiner Stichprobe sind. Das eigene Framing des Reviews ist zurückhaltend: Die Autoren beschreiben VR-basierte Rehabilitation als 'vielversprechend' und erklären ausdrücklich, dass weitere hochwertige kontrollierte Studien erforderlich sind. Das Journal (Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences) ist TR-Index-gelistet, hat aber keinen großen internationalen Impact Factor. Die Patentreview-Komponente ist beschreibend und nicht evaluativ.

Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.

Ein türkischsprachiges strukturiertes Review (auch auf Englisch erschienen) untersucht vier Technologiebereiche für die Stotterrehabilitation: virtuelle Realität, mobile Anwendungen, Telerehabilitation und künstliche Intelligenz. Eine Literatursuche in sechs Datenbanken (2000-2024) identifizierte 55 Studien; 13 erfüllten die Einschlusskriterien; sechs KI-Patente auf Google Patents wurden ebenfalls untersucht. VR hatte die stärkste Evidenzbasis der vier Bereiche, aber die Autoren verzichten auf klinische Empfehlungen.

Klinische Kernaussage

Ein strukturiertes Review (13 Studien + 6 Patente, aus 55 identifizierten, 2000-2024) zu VR, mobilen Anwendungen, Telerehabilitation und KI-basierten Lösungen in der Stotterrehabilitation. Die zentrale Schlussfolgerung des Reviews ist, dass VR-basierte Ansätze unter den vier Technologiebereichen für Stotterangst am stärksten empirisch unterstützt sind, die Autoren aber ausdrücklich betonen, dass die Evidenzbasis 'vorläufig' bleibt und dass 'weitere hochwertige, kontrollierte Studien erforderlich sind.' Das Review ist als Multi-Technologie-Landschaftsorientierung nützlich, nicht als definitive Wirksamkeitsevidenz.

Wichtigste Ergebnisse

  • Suche in sechs Datenbanken (PubMed, Google Scholar, Scopus, ResearchGate, YÖK Thesis, Web of Science) für 2000-2024 ergab 55 Studien; nach Anwendung von Ausschlusskriterien (andere Erkrankungen n=14, kein frei zugänglicher Volltext n=15, nicht Englisch/Türkisch n=1, nicht bewertet n=12, Gesamtausschlüsse n=42) erfüllten 13 Studien die Einschlusskriterien
  • Einschlusskriterien: in Englisch oder Türkisch veröffentlichte Studien, Volltext zugänglich, eine technologische Rehabilitationsintervention, die speziell von Sprachtherapeut:innen angewendet wird, keine integrierte zusätzliche Therapie und vollständige Ergebnisbeurteilung
  • Über die eingeschlossenen VR-Studien hinaus berichtet das Review, dass VR-Umgebungen zuverlässig Kommunikationsreaktionen (Unflüssigkeitsmuster, physiologische Erregung, selbstberichtete Angst) auslösen, die realen Sprechkontexten vergleichbar sind - unter Bezugnahme auf Brundage et al. 2006, 2016, Brundage & Hancock 2015, Moise-Richard 2021, Almudhi 2022 und Walkom 2016
  • Chard et al. 2022 (Scoping-Review) und Chard et al. 2023 (Pilot-RCT) werden als Evidenz für die Machbarkeit von VR-Expositionstherapie für soziale Angst bei Stottern zitiert
  • Mobile Anwendungen (BroiStu, SpeakUp und andere) werden als digitale Werkzeuge für Selbstmonitoring und strukturierte Heimübung beschrieben, die klinikgeführte Therapie ergänzen, nicht ersetzen
  • Telerehabilitation erweitert den Zugang für Personen in ländlichen oder unterversorgten Gebieten, steht aber vor technologischen, logistischen und regulatorischen Barrieren - insbesondere in Entwicklungsländern
  • KI/Patent-Review: Sechs Patente zu KI-bezogenen Stotttertechnologien werden untersucht - Türkisches Patent 2022/016828, Türkisches Patent 2008/09165, US2021315516A1, CN118553248A, US2024386813A1 und eine weitere unnummerierte Anmeldung. Keines dieser Patente hat zugehörige klinische Wirksamkeitsdaten
  • Gesamtschlussfolgerung (Autoren wörtlich): 'Vorläufige Evidenz legt nahe, dass technologische Rehabilitationsansätze, insbesondere solche, die VR nutzen, vielversprechende Vorteile bei der Behandlung von Stottern bieten könnten... jedoch sind weitere hochwertige, kontrollierte Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die klinische Wirksamkeit zu etablieren'

Hintergrund

Technologiebasierte Werkzeuge zur Unterstützung von Menschen mit Stottern haben sich schnell über mehrere Bereiche hinweg entwickelt: virtuelle Realität (VR) für die Exposition gegenüber realistischen Sprechsituationen, mobile Anwendungen für Selbstmonitoring und Heimübung, Telerehabilitation für die Fernbereitstellung von Diensten, und künstliche Intelligenz (KI) für automatisierte Sprachanalyse. Im Jahr 2024 hatte kein veröffentlichtes Review die Landschaft über alle vier Bereiche hinweg in einem Werk strukturiert, und die türkische/regionale Perspektive war in der englischsprachigen Literatur besonders unterrepräsentiert. Erol und Türker Şener beabsichtigten, diesen Überblick zu liefern, mit besonderem Augenmerk auf die türkische Patent- und Dissertationslandschaft neben der internationalen begutachteten Evidenz.

Stottern wird im Review als Kommunikationsstörung beschrieben, die durch unwillkürliche Unterbrechungen der Sprachflüssigkeit (Laute, Silben, Wörter) gekennzeichnet ist, mit einer Prävalenz von etwa 5% im frühen Kindesalter und einer Lebenszeitprävalenz von 1% bei Erwachsenen sowie einem Verhältnis von 4:1 männlich zu weiblich in Adoleszenz und Erwachsenenalter. Das Review betont die sozialen, psychologischen und emotionalen Konsequenzen des Stotterns - vermindertes Selbstvertrauen, Angst in alltäglichen Sprechsituationen und Auswirkungen auf die Bildungs- und Berufsteilhabe - als die klinischen Ziele, für die technologische Adjuvanzien am ehesten ergänzende Unterstützung bieten.

Was die Forscher:innen taten

Die Autoren führten eine strukturierte Literatursuche in sechs Datenbanken durch - PubMed, Google Scholar, Scopus, ResearchGate, YÖK Thesis (nationales türkisches Dissertationsarchiv) und Web of Science - für den Zeitraum 2000-2024. Suchbegriffe kombinierten ‘Stottern’ mit jeweils: ‘virtuelle Realität’, ‘VR’, ‘mobile Anwendungen’ und ‘Telerehabilitation’. Die erste Suche identifizierte 55 Studien.

Ausschlusskriterien: in anderen Sprachen als Englisch oder Türkisch veröffentlichte Studien, Volltextzugänglichkeit, Fehlen einer technologischen Rehabilitationsintervention durch Sprachtherapeut:innen, Vorhandensein zusätzlicher integrierter Therapie neben der technologischen Intervention und unvollständige Ergebnisbeurteilungen. Nach Ausschlüssen (andere Erkrankungen n=14, kein frei zugänglicher Volltext n=15, nicht Englisch/Türkisch n=1, nicht bewertet n=12) erfüllten 13 Studien die Einschlusskriterien.

Das Review untersuchte auch sechs KI-bezogene Patente aus Espacenet (international) und dem türkischen Patentamt, die mobile App-Sprachanalysesysteme, Trainings-/Therapiegeräte, biomedizinische Analysealgorithmen, Sprachkorrektionsmethoden unter Verwendung von Transformer-Sprachmodellen (T5, BERT, VITS) und Echtzeit-Spracherkennungssysteme für personalisierte Therapieberichte abdeckten.

Was sie fanden

Virtuelle Realität. Das Review identifiziert VR als den empirisch unterstütztesten der vier Bereiche. Aus der zitierten Literatur werden folgende Befunde gezogen:

Mobile Anwendungen. Als digitale Werkzeuge für Selbstmonitoring und strukturierte Heimübung beschrieben. Spezifisch zitierte Apps umfassen BroiStu und SpeakUp. Das Review betrachtet mobile Apps als Ergänzungen zu klinikgeführter Therapie, nicht als eigenständige Behandlungen.

Telerehabilitation. Als Zugangserweiterung positioniert - besonders wertvoll für Personen in ländlichen oder unterversorgten Gebieten. Das Review merkt an, dass die Wirksamkeit der Telerehabilitation durch aufkommende Forschung unterstützt wird, aber eine umfassende Umsetzung, insbesondere in Entwicklungsländern, durch technologische, logistische und regulatorische Beschränkungen behindert wird.

Künstliche Intelligenz und Patente. Dies ist einer der markantesten Beiträge des Reviews - eine Untersuchung von sechs KI-bezogenen Stottertechnologie-Patenten:

Das Review merkt an, dass keines dieser Patente zugehörige klinische Wirksamkeitsdaten hat und dass KI beim Stottern theoretisch/aufkommend bleibt.

Syntheseabschnitt. Das Review fasst Befunde aus zitierten Studien zu Stotterreaktionen auf VR-Vorstellungsgespräche, VR-Publikum bei Erwachsenen, virtuelle Klassenzimmer bei Schulkindern, Real-vs.-VR-Umgebungsvergleiche und VR-Expositionstherapie (VRET) für soziale Angst bei Stottern zusammen.

Warum das wichtig ist

Dieses Review ist als Multi-Technologie-Landschaftsorientierung für Kliniker:innen und Forscher:innen nützlich, die fragen: “Was wurde beim Stottern über VR, Mobile, Telerehabilitation und KI hinweg untersucht?” Es beleuchtet sowohl die internationale begutachtete Evidenz als auch die türkischsprachige und Patent-Landschaft.

Für die klinische Empfehlung: Das eigene Framing des Reviews ist zurückhaltend. Die Autoren schreiben ausdrücklich, dass “weitere hochwertige, kontrollierte Studien erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu bestätigen und die klinische Wirksamkeit zu etablieren.” Als Zitat ist dieses Review am besten positioniert als Evidenz dafür, dass VR das empirisch fundierteste der vier Bereiche ist, nicht als Evidenz, dass eine spezifische VR-Intervention als wirksam nachgewiesen wurde.

Limitationen

Das Review hat folgende Einschränkungen, einige ausdrücklich von den Autoren genannt und einige der Methodik inhärent:

Implikationen für die Praxis

Für Kliniker:innen, die Technologie-Adjuvanzien in Stotterdiensten in Betracht ziehen: Dieses Review unterstützt VR als das empirisch fundierteste der vier abgedeckten Bereiche, mit konsistenten Befunden, dass VR-Umgebungen Kommunikationsreaktionen auslösen, die realen Bedingungen vergleichbar sind, und dass VR-Expositionstherapie soziale Angst im Zusammenhang mit Stottern in Pilot-Arbeit reduzieren kann. Die Empfehlung des Reviews ist, VR als ergänzendes Werkzeug zu klinikgeführter Therapie zu behandeln, nicht als eigenständige Intervention. Mobile Apps und Telerehabilitation werden als Zugangserweiterungen positioniert. Die ausdrücklich zurückhaltende Formulierung der Autoren - 'weitere hochwertige, kontrollierte Studien sind erforderlich' - sollte bei Zitierung dieses Reviews mitgetragen werden.

Redaktionelle Anmerkungen von withVR

Anknüpfungspunkte zu Therapy withVR

Die oben genannte Studie ist unabhängige Forschung und enthält keine Aussage über ein bestimmtes Produkt. Die folgenden Anmerkungen sind Kommentare von withVR dazu, wie die Themen dieser Forschung an Funktionen von Therapy withVR anknüpfen. Die Forschungsergebnisse stellen keine Aussagen über Therapy withVR dar.

VR for stuttering anxiety practice (editorial parallel only)

Das Review identifiziert ausdrücklich VR-basierte Expositionstherapie als den empirisch unterstütztesten der vier Technologiebereiche für die Reduktion sozialer Angst im Zusammenhang mit Stottern. Therapy withVR bietet VR-Sprechumgebungen unter klinischer Kontrolle - denselben allgemeinen Designraum, den das Review als am vielversprechendsten identifiziert. Nur redaktionelle Parallele - das Review testet oder bewertet Therapy withVR nicht spezifisch.

Mobile/web complement

Das Review beschreibt mobile Apps (z.B. BroiStu, SpeakUp) als Ergänzungen zu klinikgeführter Therapie für tägliches Selbstmonitoring und strukturierte Übung. Therapy withVRs klinische Anwendung bietet eine komplementäre Bereitstellungs- und Tracking-Schicht im eigenen Design. Nur redaktionelle Parallele.

Diese Studie zitieren

Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:

APA 7th
Erol, E., & Turker Sener, L. (2025). Innovative Technologies in Stuttering Treatment: An Examination of Virtual Reality, Mobile Applications, Telerehabilitation, and Artificial Intelligence-Based Solutions. Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences (IGUSABDER). https://doi.org/10.38079/igusabder.1663488.
AMA 11th
Erol E, Turker Sener L. Innovative Technologies in Stuttering Treatment: An Examination of Virtual Reality, Mobile Applications, Telerehabilitation, and Artificial Intelligence-Based Solutions. Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences (IGUSABDER). 2025. doi:10.38079/igusabder.1663488.
BibTeX
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  title = {Innovative Technologies in Stuttering Treatment: An Examination of Virtual Reality, Mobile Applications, Telerehabilitation, and Artificial Intelligence-Based Solutions},
  journal = {Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences (IGUSABDER)},
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}
RIS
TY  - JOUR
AU  - Erol, E.
AU  - Turker Sener, L.
TI  - Innovative Technologies in Stuttering Treatment: An Examination of Virtual Reality, Mobile Applications, Telerehabilitation, and Artificial Intelligence-Based Solutions
JO  - Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences (IGUSABDER)
PY  - 2025
DO  - 10.38079/igusabder.1663488
UR  - https://withvr.app/de/evidence/studies/erol-2025
ER  - 

Kennen Sie Forschung, die in diese Evidenzbasis gehört? Wenn eine relevante peer-reviewte Studie hier nicht aufgeführt ist, senden Sie die Quellenangabe an hello@withvr.app. Die Evidenzbasis wird aktuell gehalten, während die Literatur wächst.

Finanzierung & Unabhängigkeit

Der Artikel legt keine externe Finanzierungsquelle oder konkurrierende finanzielle Interessen offen. Autorenaffiliationen: Esra Erol ist Forschungsassistentin an der Istanbul Gelisim University Faculty of Health Sciences, Abteilung für Sprach- und Sprechtherapie (Istanbul, Türkiye). Leyla Türker Şener ist außerordentliche Professorin an der Istanbul University Faculty of Medicine, Abteilung für Biophysik (Istanbul, Türkiye). Das Journal (Istanbul Gelisim University Journal of Health Sciences, IGUSABDER) ist in TÜBİTAK ULAKBİM TR-Index indexiert. Die Review-Suche umfasste die YÖK-Thesis-Datenbank (das nationale Doktor-/Masterarbeiten-Archiv der Türkei). Walkom 2016 wird in der Referenzliste des Reviews zitiert (Referenz 24) - withVR-Gründer Gareth Walkom wird als primäre Quelle zitiert, ist aber kein Autor oder Beitragender dieses Reviews. Keine Beteiligung der withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorschaft. Die Zusammenfassung wurde unabhängig von withVR auf Grundlage des veröffentlichten Artikels erstellt.

Zuletzt geprüft: 2026-05-12 Nächste Überprüfung geplant: 2027-05-12 Geprüft von: Gareth Walkom