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Stotter- und Angstreaktionen bei virtuellen Publikumsgruppen entsprechen eng denjenigen bei Live-Publikumsgruppen
Wie dies bewertet wurde
Within-Subjects-Vergleich bei Erwachsenen, die stottern (n = 10), mit sehr starken Korrelationen zwischen virtuellen und Live-Bedingungen. Herabgestuft wegen kleiner Stichprobengröße und einzelner Sprechaufgabe. Dies ist eine grundlegende Validierungsstudie, einflussreich im Feld; das Vertrauen in den Kernbefund ist gestiegen, da spätere Arbeiten das Muster repliziert haben.
Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.
Eine grundlegende Studie mit zehn Erwachsenen, die stottern, zeigt, dass die Stotterhäufigkeit während einer herausfordernden virtuellen Publikumsrede mit Spearman rho = 0,99 mit der Stotterhäufigkeit während einer Live-Publikumsrede korrelierte, und dass antizipatorische Kommunikationsangst und Sprechsicherheit, gemessen vor der virtuellen Bedingung, stark mit denselben Maßen vor der Live-Bedingung korrelierten (rho = 0,82 bzw. 0,88). Das neutrale virtuelle Publikum korrelierte ebenfalls mit der Live-Bedingung, aber weniger stark (rho = 0,82 für Stotterhäufigkeit).
Die Evidenz legt nahe, dass ein gut gestaltetes virtuelles Publikum kommunikative Reaktionen hervorrufen kann, die eng mit denen bei einem Live-Publikum übereinstimmen, was VR als ökologisch validen Übungskontext für Erwachsene, die stottern, unterstützt. Dies ist eine Studie mit kleiner Stichprobe und die Befunde müssen im Kontext späterer Arbeiten interpretiert werden.
Wichtigste Ergebnisse
- Stotterhäufigkeit (Prozent gestotterter Silben) während der herausfordernden virtuellen Publikumsbedingung korrelierte mit Spearman rho = 0,99 mit der Live-Publikumsbedingung (p < .001); das neutrale virtuelle Publikum korrelierte ebenfalls signifikant mit der Live-Bedingung bei rho = 0,82 (p = .004)
- Vorsprechliche Kommunikationsangst (PRCA-24) korrelierte bei rho = 0,82 (p < .004) zwischen virtuellen und Live-Bedingungen
- Vorsprechliche Sprechsicherheit (PRCS) korrelierte bei rho = 0,88 (p < .001) zwischen virtuellen und Live-Bedingungen
- Mittlere Stotterhäufigkeiten waren über Bedingungen hinweg ähnlich: Live-Publikum 2,73 % gestotterte Silben, neutrales virtuelles Publikum 2,55 %, herausforderndes virtuelles Publikum 2,86 %
- Qualitative Kommentare der Teilnehmenden beschrieben echtes Präsenzerleben in der virtuellen Umgebung und körperliche Angstreaktionen, die mit echten Publikumsgruppen übereinstimmen
Hintergrund
Eine der anhaltendsten Herausforderungen in der Sprachtherapie ist die Überbrückung der Lücke zwischen dem Therapieraum und dem Alltag. Übungen in der Klinik fühlen sich oft sicher und handhabbar an, aber die reale Welt bringt Unvorhersehbarkeit, sozialen Druck und hochdruckgeladene Situationen mit sich, die sich in einem kontrollierten Setting nur schwer nachbilden lassen.
Brundage und Hancock wollten testen, ob virtuelle Realität diese Lücke füllen kann - konkret, ob virtuelle Publikumsgruppen dieselben Arten kommunikativer Reaktionen (emotional, behavioral und kognitiv) hervorrufen wie ein echtes Publikum bei Erwachsenen, die stottern.
Was die Forscher:innen taten
Zehn Erwachsene, die stottern, hielten über zwei Tage je drei fünfminütige Stegreif-Reden: eine vor einem Live-Publikum aus acht bis zehn Personen und zwei vor virtuellen Publikumsgruppen, die durch ein Head-Mounted Display übertragen wurden (eine mit neutralem Verhalten, die andere mit herausforderndem Verhalten wie Unaufmerksamkeit und Einschlafen). Die Reihenfolge der Reden war gegenbalanciert. Redethemen wurden unmittelbar vor jeder Rede aus einem Kartenstapel zufällig gezogen, ohne Vorbereitungszeit. Stotterhäufigkeit wurde als Prozentsatz gestotterter Silben gemessen. Kommunikationsangst wurde mit dem Personal Report of Communication Apprehension-24 (PRCA-24) und Sprechsicherheit mit dem Personal Report of Confidence as a Speaker (PRCS) gemessen, beide vor jeder Bedingung erhoben.
Was sie fanden
Spearman-Rangkorrelationen zwischen virtuellen und Live-Bedingungen waren über alle drei Maße hinweg stark. Die Stotterhäufigkeit während des herausfordernden virtuellen Publikums korrelierte fast perfekt mit dem Stottern während der Live-Publikumsrede (rho = 0,99, p < .001). Das neutrale virtuelle Publikum korrelierte ebenfalls signifikant mit der Live-Publikumsbedingung, wenn auch weniger stark (rho = 0,82, p = .004). Kommunikationsangst-Werte (PRCA-24), gemessen vor dem Betreten von VR, korrelierten bei rho = 0,82 (p < .004) mit den Werten vor der Live-Rede. Sprechsicherheits-Werte (PRCS) korrelierten bei rho = 0,88 (p < .001). Die mittlere Stotterhäufigkeit war über die drei Bedingungen hinweg ähnlich (Live 2,73 %, neutral virtuell 2,55 %, herausfordernd virtuell 2,86 %).
Qualitative Kommentare der Teilnehmenden beschrieben echtes Präsenzerleben in der virtuellen Umgebung. Sie berichteten, körperliche Angstsymptome zu erleben, sich so zu verhalten wie vor einem echten Publikum, und das herausfordernde Publikum als besonders realistisch zu empfinden. Mehrere Teilnehmende bemerkten, dass das neutrale Publikum unerwartet beunruhigend wirkte, weil die Avatare ohne zu blinzeln starrten - dies verdeutlicht, dass das Verhalten des Publikums und nicht allein seine Größe kommunikative Reaktionen treibt.
Warum dies wichtig ist
Diese Studie legte eine wichtige Grundlage: Gut gestaltete virtuelle Sprechsituationen können echte kommunikative Reaktionen hervorrufen, keine simulierten. Die nahezu perfekte Korrelation zwischen VR- und Live-Stotterhäufigkeit bedeutet, dass Kliniker:innen darauf vertrauen können, dass die in virtuellen Umgebungen geleistete Arbeit widerspiegelt, wie jemand in der realen Welt reagieren würde.
Dies hat bedeutsame Implikationen für die Generalisierungsphase der Therapie, in der Kliniker:innen realistische Übungsmöglichkeiten benötigen, aber logistischen und ethischen Einschränkungen bei der Gestaltung realer Szenarien begegnen. VR bietet eine Möglichkeit, abgestufte, wiederholbare und kontrollierbare Sprechsituationen zu schaffen, die sich echt herausfordernd anfühlen - ohne die sozialen Folgen einer schwierigen realen Erfahrung.
Einschränkungen
Die Stichprobe war klein (zehn Teilnehmende) und auf Erwachsene mit milder bis moderater Stotterschwere beschränkt; die Übereinstimmung zwischen virtuellen und Live-Settings könnte bei Personen mit schwererem Stottern oder bei Jugendlichen (eine Population, die die Autor:innen als nicht getestet anführen) anders ausfallen. Nur ein Sprechkontext - Stegreif-Öffentlichkeitsreden - wurde untersucht, so dass die ökologische Validität anderer Szenarien (Gespräche, Telefonate, Bewerbungsgespräche) nicht direkt getestet wurde. Die virtuellen Publikumsgruppen enthielten ungefähr doppelt so viele „Personen“ wie das Live-Publikum, obwohl die Autor:innen anmerken, dass dies die Befunde wahrscheinlich nicht vollständig erklärt. Die Studie stellte fest, dass VR Reaktionen hervorruft, die mit realen Entsprechungen korrelieren, testete aber nicht, ob VR-basiertes Üben zu verbesserten realen Outcomes führt. Die berichteten Korrelationskoeffizienten sind Maße der linearen Beziehung zwischen Bedingungen, keine Äquivalenzmaße; mittlere Stotterhäufigkeiten und Fragebogenwerte unterschieden sich zum Teil zwischen den Bedingungen, auch wo Korrelationen stark waren.
Implikationen für die Praxis
Da kommunikative Reaktionen in VR eng mit denen in Live-Settings übereinstimmen, können Kliniker:innen virtuelle Publikumsgruppen als ökologisch valide Übungsumgebungen nutzen. VR bietet kontrollierte, wiederholbare und abgestufte Sprechsituationen, die die Generalisierungsphase der Therapie unterstützen, wo reale Übungsmöglichkeiten oft begrenzt sind.
Implikationen für die Forschung
Folgestudien würden von größeren Stichproben, einer breiteren Altersspanne, nicht-englischsprachigen Populationen und Aufgaben jenseits formaler Präsentationen profitieren. Langfristiger Transfer von virtueller Übung auf alltagsbezogenes Sprechen bleibt eine offene Frage.
Diese Studie zitieren
Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:
@article{brundage2015,
author = {Brundage, S. B. and Hancock, A. B.},
title = {Real Enough: Using Virtual Public Speaking Environments to Evoke Feelings and Behaviors Targeted in Stuttering Assessment and Treatment},
journal = {American Journal of Speech-Language Pathology},
year = {2015},
doi = {10.1044/2014_AJSLP-14-0087},
url = {https://withvr.app/de/evidence/studies/brundage-2015}
} TY - JOUR
AU - Brundage, S. B.
AU - Hancock, A. B.
TI - Real Enough: Using Virtual Public Speaking Environments to Evoke Feelings and Behaviors Targeted in Stuttering Assessment and Treatment
JO - American Journal of Speech-Language Pathology
PY - 2015
DO - 10.1044/2014_AJSLP-14-0087
UR - https://withvr.app/de/evidence/studies/brundage-2015
ER - Kennen Sie Forschung, die in diese Evidenzbasis gehört? Wenn eine relevante peer-reviewte Studie hier nicht aufgeführt ist, senden Sie die Quellenangabe an hello@withvr.app. Die Evidenzbasis wird aktuell gehalten, während die Literatur wächst.
Finanzierung & Unabhängigkeit
Keine Beteiligung von withVR BV an Finanzierung, Studiendesign oder Autorenschaft. Zusammenfassung unabhängig von withVR auf Basis des veröffentlichten Artikels erstellt.