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VR-basiertes Training sozialer Interaktion ist akzeptabel und durchführbar für Menschen mit Schizophrenie

Adery LH et al. · 2018 · Psychiatry Research · Sonstiges · n = 16 · Erwachsene mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen · DOI
Sicherheit der Evidenz: Sehr niedrige Sicherheit
Wie dies bewertet wurde

Kleines experimentelles Design (n=18) in einer klinisch komplexen Population; explorativ statt konfirmatorisch.

Die Bewertungen verwenden ein vereinfachtes vierstufiges Schema (Hoch, Mittel, Niedrig, Sehr niedrig), angelehnt an die GRADE working group. Mehr darüber erfahren, wie Studien bewertet werden.

Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass ein VR-basiertes Sozialtraining (MASI-VR) von Erwachsenen mit Erkrankungen aus dem Schizophrenie-Spektrum gut angenommen wurde und praktisch einsetzbar ist, wobei die Teilnehmenden Verbesserungen in der psychiatrischen Symptomatik zeigten.

Klinische Kernaussage

Eine explorative experimentelle Studie, die darauf hindeutet, dass ein virtuelles Sozialszenario bei Erwachsenen mit Erkrankungen aus dem Schizophrenie-Spektrum messbare Reaktionen auslösen kann. Vor gesicherten Schlussfolgerungen sind größere und besser kontrollierte Studien erforderlich.

Wichtigste Ergebnisse

  • Die Teilnehmenden bewerteten das MASI-VR-Programm als sehr gut akzeptierbar und benutzerfreundlich.
  • Die allgemeine psychiatrische Symptomatik (BPRS) verbesserte sich nach den VR-Sitzungen signifikant (F(1,15)=8,83, p=0,01, eta²=0,23). Die Werte auf der Social Functioning Scale (SFS) veränderten sich NICHT signifikant.
  • Die Negativsymptomatik (SANS) zeigte eine signifikante Verbesserung (F(1,15)=8,64, p=0,01, eta²=0,22).
  • Die Bindungsrate war hoch: 16 von 18 Teilnehmenden schlossen alle Sitzungen ab (89 %).

Hintergrund

Menschen mit Erkrankungen aus dem Schizophrenie-Spektrum stehen häufig vor Herausforderungen in der sozialen Kommunikation - darunter Schwierigkeiten beim Lesen sozialer Signale, beim Initiieren von Gesprächen und beim Aufrechterhalten wechselseitiger Interaktionen. Herkömmliche Sozialtrainingsprogramme können sich künstlich anfühlen oder Ängste auslösen, und Möglichkeiten zur Übung im realen Umfeld sind durch soziale Isolation oft begrenzt. Virtuelle Realität bietet einen möglichen Mittelweg - realistisch genug, um bedeutsam zu wirken, aber sicher genug, um den sozialen Druck zu reduzieren, der das Üben erschweren kann.

Was die Forscher taten

Adery und Kolleginnen und Kollegen entwickelten MASI-VR (Mental Health Avatar Social Interaction - Virtual Reality), eine nicht-immersive Desktop-VR-Plattform - ein videospielähnliches Programm auf einem Standard-Computermonitor, kein Head-Mounted Display. Das System nutzt virtuelle Figuren, um strukturierte Sozialinteraktionsszenarien zu schaffen. Achtzehn Erwachsene mit DSM-5-Schizophrenie-Diagnosen, rekrutiert aus ambulanten Tageseinrichtungen in Nashville, Tennessee, absolvierten mehrere Sitzungen, in denen sie soziale Fähigkeiten wie Gesprächseröffnung, Reaktion auf soziale Signale und die Bewältigung alltäglicher Situationen übten. 16 von 18 Teilnehmenden schlossen alle Sitzungen ab (89 % Verbleibrate). Die Forschenden maßen Akzeptabilität, Durchführbarkeit und Veränderungen auf mehreren psychiatrischen und sozialen Funktionsmaßen vor und nach dem Programm.

Was sie herausfanden

Die Teilnehmenden bewerteten MASI-VR durchgehend als akzeptierbar und benutzerfreundlich. Zwei psychiatrische Symptommaße verbesserten sich nach dem Programm signifikant: die allgemeine psychiatrische Symptomatik auf der Brief Psychiatric Rating Scale (BPRS: F(1,15)=8,83, p=0,01, eta-Quadrat=0,23) und die Negativsymptomatik auf der Scale for the Assessment of Negative Symptoms (SANS: F(1,15)=8,64, p=0,01, eta-Quadrat=0,22). Bemerkenswert ist, dass die Werte auf der Social Functioning Scale (SFS) KEINE signifikante Verbesserung zeigten - die frühere Darstellung, dass sich die Werte zur sozialen Funktionsfähigkeit verbessert hätten, war eine Fehldeutung der Studienergebnisse.

Warum das wichtig ist

Diese Studie liefert erste Belege dafür, dass VR-basierte Unterstützung sozialer Kommunikation nicht nur technisch möglich, sondern von den betreffenden Personen auch wirklich willkommen geheißen wird. Die hohen Akzeptabilitätswerte sind besonders bedeutsam, da mangelndes Engagement bei Sozialtrainingsprogrammen oft eine Hürde darstellt. Indem VR einige der sozialen Risiken des direkten Gegenübers reduziert, kann es Menschen helfen, auf eine überschaubare und stärkende Weise Selbstvertrauen und Fähigkeiten aufzubauen.

Einschränkungen

Der Studie fehlte eine Kontrollgruppe, sodass Verbesserungen nicht eindeutig auf das VR-Programm zurückgeführt werden können. Die Stichprobengröße war bescheiden und stammte aus einem einzigen Zentrum. Die langfristige Aufrechterhaltung von Gewinnen und der Transfer in reale soziale Situationen wurden nicht erfasst.

Implikationen für die Praxis

MASI-VR ist eine nicht-immersive Desktop-VR-Plattform (kein Head-Mounted Display), die videospielartige Sozialszenarien zum Üben von Konversationsfähigkeiten einsetzt. Die Studie zeigte Verbesserungen der psychiatrischen Symptomatik und der Negativsymptomatik, nicht jedoch auf der Social Functioning Scale. Kliniker sollten von diesem spezifischen Programm keine direkten Gewinne in der sozialen Funktionsfähigkeit erwarten. Die hohe Akzeptanz und die geringe Abbruchrate sprechen dafür, dass Desktop-VR-Sozialtraining für Menschen mit Schizophrenie in ambulanter Versorgung durchführbar und gut annehmbar ist.

Diese Studie zitieren

Wenn Sie diese Studie in Ihrer Arbeit zitieren, sind dies die kanonischen Zitierformate:

APA 7th
Adery, L. H., Ichinose, M., Torregrossa, L. J., Wade, J., Nichols, H., Bekele, E., Bian, D., Gizdic, A., Granholm, E., Sarkar, N., & Park, S. (2018). The acceptability and feasibility of a novel virtual reality based social skills training game for schizophrenia: Preliminary findings. Psychiatry Research. https://doi.org/10.1016/j.psychres.2018.10.014.
AMA 11th
Adery LH, Ichinose M, Torregrossa LJ, Wade J, Nichols H, Bekele E, Bian D, Gizdic A, Granholm E, Sarkar N, Park S. The acceptability and feasibility of a novel virtual reality based social skills training game for schizophrenia: Preliminary findings. Psychiatry Research. 2018. doi:10.1016/j.psychres.2018.10.014.
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RIS
TY  - JOUR
AU  - Adery, L. H.
AU  - Ichinose, M.
AU  - Torregrossa, L. J.
AU  - Wade, J.
AU  - Nichols, H.
AU  - Bekele, E.
AU  - Bian, D.
AU  - Gizdic, A.
AU  - Granholm, E.
AU  - Sarkar, N.
AU  - Park, S.
TI  - The acceptability and feasibility of a novel virtual reality based social skills training game for schizophrenia: Preliminary findings
JO  - Psychiatry Research
PY  - 2018
DO  - 10.1016/j.psychres.2018.10.014
UR  - https://withvr.app/de/evidence/studies/adery-2018
ER  - 

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Finanzierung & Unabhängigkeit

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Zuletzt geprüft: 2026-05-12 Nächste Überprüfung geplant: 2027-05-12 Geprüft von: Gareth Walkom